Unternehmensvertretung

Das deutsche Strafgesetzbuch kennt das „Unternehmen“ als Normadressaten nicht, strafbar machen können sich mithin lediglich natürliche Personen, auch wenn dieser Status Quo immer wieder kritisch diskutiert wird und in der Zukunft nicht gegen jeden gesetzgeberischen Sinneswandel gefeit erscheint. Andere Länder und europäische Nachbarn kennen bereits ein Unternehmensstrafrecht spezieller Prägung.

 

Unabhängig von der Tatsache, dass eine direkte strafrechtliche Sanktionierung des Unternehmens (aktuell) nicht möglich ist, können Unternehmen von strafrechtlichen Verfahren – auch, aber nicht, nur gegen ihre eigenen Mitarbeiter und Entscheider – teilweise empfindlich betroffen sein. So sieht das Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) empfindliche Geldbußen für bestimmtes (Verwaltungs-) Unrecht vor, mögliche Ereignisse wie Gewinnabschöpfung und Schadenersatz sind ebenso ins Kalkül zu ziehen wie möglicherweise gegen Unternehmensangehörige drohende vorläufige oder endgültige Berufsverbote.

 

Die Bereiche Strafrecht und Unternehmensvertretung schließen sich vor diesem Hintergrund begriffslogisch keinesfalls aus, sondern sind in einem Gesamtgefüge aus rechtlichen, wirtschaftlichen und medialen Aspekten zu betrachten und in ein schlüssiges taktisches Gesamtkonzept zu überführen.

 

In Wirtschaftsstrafsachen begleiten wir unternehmensinterne Ermittlungen und beraten die - in ihrer prozessualen Rolle regelmäßig gerade zu Beginn unsicheren – Entscheider im Umgang mit den bei diesen Ermittlungen zu Tage getretenen Erkenntnissen. Nicht immer ist hierbei Konfrontation das Mittel der Wahl, je nach Fallkonstellation und speziellem Gepräge des Strafverfahrens kann eine auf Konsens angelegte Kommunikation mit den Ermittlungsbehörden die bessere Alternative sein. Auch hierzu beraten wir Sie im Rahmen der Unternehmensvertretung.